Wir reden überhaupt nicht mehr miteinander - Kommunikationsexperte Christian Wirth Blog

Wir reden überhaupt nicht mehr miteinander

Was bedeutet dieser Satz für dich?

Wie diese Worte interpretiert werden können, möchte ich dir in den folgenden Absätzen
näher bringen.

 

Vorab: In diesem Blog-Beitrag spreche ich nur von groben Durchschnitten. Mir ist natürlich bewusst, dass es Abweichungen gibt, da jeder von uns individuell einzigartig ist.

Die Kunst der Missverständnisse

Falls die Partnerin: „Wir reden überhaupt nicht mehr miteinander“, sagt, antworte mit einer Gegenfrage. „Wann und wie sollen wir miteinander sprechen und welche Art von Gespräch soll das werden?“. Sag auf keinen Fall: „Naja, dann reden wir halt.“ Sondern: „Wie stellst du dir das vor? Sollen wir heute Abend mit einer Flasche Wein am Küchentisch miteinander sprechen?“.

 

Ihr schafft also einen Rahmen. Eine geplante Situation, bei der sich beide aussprechen können. Wie geht es mir? Wie war meine Woche? Was sind Pläne, die ich noch nicht mit mein*er Partner*in geteilt habe? Somit habt ihr im Gespräch Zeit zum Durchatmen. Die wird vor allem dann benötigt, wenn nicht klar ist, ob irgendetwas falsch gemacht worden ist.

 

Wieso sagen Männer eher: „Ja – lass uns jetzt sprechen“? Immerhin könnte die Partnerin etwas Tiefgründigeres damit meinen? Der Grund hierfür liegt in der Spontanität der meisten Männer. Wenn es ein Problem gibt, möchten sie es am liebsten gleich lösen. Ganz im Sinne von: „Ich habe jetzt eh zehn Minuten Zeit, lass uns jetzt gleich sprechen.“

Weshalb individuelle Assoziationen Missverständnisse schaffen

Worte prägen, was wir denken. Das ist im oben genannten Kontext ein entscheidender Faktor. Stell dir das so vor: Wenn ich dir irgendein Wort sage, denkst du dir drei Worte aus, die dir spontan dazu einfallen.

Das Wort ist Banane. Jeder von uns hat nun individuelle Assoziationen zu diesem Wort. Die werden bei Frauen anders sein als bei Männern. Die werden aber auch bei Bauern anders sein als bei Menschen, die im Büro arbeiten.

 

Jeder von uns hat zu jedem Wort andere Assoziationen. Diese Assoziationen kann man auch sprachliche Reflexe nennen. Diese Sprache löst viel in uns aus. Nehmen wir an, du hattest eine Beziehung, bei der: „Wir haben schon lange nicht mehr miteinander geredet“, negativ behaftet war. Es ist sehr wahrscheinlich, dass du diese negativen Gefühle auch jetzt hast, wenn du diesen Satz liest.

 

Mit positiven Dingen und Gefühlen ist es im Umkehrschluss auch der gleiche Mechanismus. Es kommt also immer darauf an, womit gewisse Worte in Verbindung gebracht werden.

Wieso wir so oft aneinander vorbeireden

Mark Gungor erklärt das anhand des Modells der zwei Gehirne. Nach diesem Prinzip denken Männer in Boxen. Man hat also für alle Lebensbereiche eine Box: „Essen, gehen, arbeiten.“ Diese Boxen interagieren aber nicht miteinander. Beim Nachdenken wird immer nur eine Box aktiviert. Das trifft – wie bereits erwähnt – nicht auf alle zu, aber passt beim groben Durchschnitt.

 

Frauen hingegen haben ein viel aktiveres Gehirn. Die „Boxen“ sind also alle miteinander vernetzt. Dies ist vor allem zu beachten, wenn es um aktuelle Konflikte geht. Männer antworten manchmal auf: „Was ist mit dir los“, mit: „Nichts.“ Das kann dann wiederum als Zurückweisung interpretiert werden und eine Auseinandersetzung anheizten.

 

Ja, Männer haben dieses eine Kästchen namens „Nichts“. Wenn es aktiviert wird, führt es dazu, dass  man an nichts mehr denkt. Ein Beispiel: Er sitzt auf der Terrasse und starrt Löcher in die Luft. Er sieht dabei so aus, als ob er gerade die Relativitätstheorie hinterfragen würde, hat aber tatsächlich nichts im Kopf.

 

Frauen kennen das aber nicht, da sie immer vernetzt denken. Das merkt man vor allem beim Schlafgehen. Beide bewegen sich Richtung Bett und legen sich hin. Es wird kurz geplaudert, dann beginnt das Gehirn der meisten Frauen zu arbeiten: „Morgen muss ich noch das, das und das machen.“ Bei Männern kann es hingegen vorkommen, dass nach bereits einer Minute das allbekannte Schnarchen einsetzt.

Normal miteinander sprechen Beziehung - Kommunikationsexperte Christian Wirth Blog

Vom Konflikt zum Seelengespräch

Wenn der Satz: „Wir reden nicht mehr miteinander“, fällt, sollten bei beiden die Alarmglocken klingeln. Sucht euch einen Rahmen für ein ernsthaftes Gespräch. Diese Art der Kommunikation kann nicht zwischen Tür und Angel geführt werden. Wenn ihr also die richtigen Grundbedingungen schafft, steht einem konstruktiven Gespräch nichts mehr im Weg.

Meine Tipps für deinen erfolgreichen Dialog:

1. Gehe mit einem Ziel ins Gespräch

Es macht Sinn, sich davor gedanklich auf das Ganze vorzubereiten. Frag dich selbst, was das eigentliche Ziel ist und wie ihr da hinkommen könnt. Das gibt dem ganzen Gespräch Struktur und dies ist ein wichtiges Merkmal der gelungenen Kommunikation.

 

2. Mach dir klar, dass es nicht um dich geht

Es geht nämlich um deinen Partner. Wenn beide mit genau dieser Einstellung in das Gespräch gehen, entsteht Empathie.

 

3. Sprich über Gefühle

Mir ist bewusst, dass es manchen Menschen schwerfällt über Emotionen zu sprechen. Dies ist allerdings essenziell. Gefühle entscheiden über Konfliktlösung.

 

4. Versucht so ein Gespräch regelmäßig zu führen

Hierbei ist es wichtig, davor eine zeitliche Begrenzung festzulegen. Sucht euch gemeinsam einen Tag aus, einen Rahmen für das Gespräch und vereinbart, wie lange ihr das Ganze macht. Am besten funktioniert das, wenn nur eine Person spricht und die Andere zuhört. Christian Bischoff nennt das auch „Seelengespräch“.

Fazit von Christian Wirth

Diese Punkte kannst du auch bei der Kommunikation mit anderen Menschen anwenden. Schließlich haben wir alle unterschiedliche Assoziationen. Das simple Nachfragen bei Unklarheiten kann ernsthafte Konflikte vermeiden.

 

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